Die dümmsten Steuergesetze der Geschichte

Die dümmsten Steuergesetze der Geschichte

  • 10. März 2018

Freiheitssteuer

Im alten Rom war es eine Art Tradition der oberen Schichten, ihren Sklaven nach einigen Jahren die Freiheit zu schenken. Doch die römische Regierung erkannte seine Chance und besteuerte jeden neu freigelassenen Sklaven mit einer Freiheitssteuer.
Wir können uns nichts abstoßenderes vorstellen, als eine Steuer auf seine Freiheit zu bezahlen. Aber Rom tat genau das - und profitierte.

Steuer auf Sonnenlicht

Im Jahre 1696 verabschiedete die englische Regierung unter Wilhelm III von Oranien ein Gesetz, welches eine Steuer auf die Anzahl der Fenster im eigenen Zuhause erhebt.

Nicht gewillt eine dermaßen lächerliche Steuer auf Sonnenlicht zu bezahlen, reduzierten einige Engländer einfach die Zahl der Fenster in ihrem Zuhause.

So gab es weniger Tageslicht und es konnte weniger gelüftet werden…was schlussendlich zu einem großen Gesundheitsproblem in der Bevölkerung führte.

Da so viele Engländer dieses Gesetz mit einer Reduzierung ihrer Fenster umgangen haben, sah sich die Regierung gezwungen, eine Steuer auf Kerzen zu veranschlagen. Die Herstellung eigener Kerzen war nur mit einer speziellen Lizenz erlaubt. Diese Lizenz musste gekauft und es mussten Steuern auf die eigenen Kerzen abgeführt werden.

Wie Sie sich sicher denken können, hielten sich die meisten Menschen nicht daran und stellten ihre Kerzen einfach illegal her.

Es war eine dunkle Zeitperiode in England und es dauerte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, bis die Regierung ihre Dummheit erkannt und diese Steuern aufhob.

Doch wenn sich das für Sie übertreiben anhört, dann kennen Sie vielleicht noch nicht die Johnstown Flood Tax.

Katastrophensteuer

Im Jahr 1936 wurde die Stadt Johnstown in Pennsylvania von einer schrecklichen Flut heimgesucht. Und um die ganzen Reparaturen bezahlen zu können, wurde eine „vorläufige“ Katastrophensteuer von 10% auf jeglichen im Land verkaufen Alkohol erhoben.

Diese „vorläufige“ Steuer hielt sich fast drei Jahrzehnte konstant, wurde dann aber im Jahr 1963 auf 15% und drei Jahre später auf 18% angehoben.

Wir schreiben das Jahr 2018 und Steuer besteht immer noch. Es zeigt sich einmal mehr, dass nichts länger währt als vorläufige Steuer- oder Regierungsentscheidungen.

Seltsamerweise werden Sie diese Steuer nie auf irgend einer Rechnung sehen. Das Gesetz verlangt, dass die Steuer in den Preis eingerechnet wird, ohne sie separat auszuweisen. Alkohol kostet in Pennsylvania einfach 18% mehr als in andere Staaten der USA und die Menschen merken es gar nicht.

Unterhaltungssteuer

Doch wenn sich auch das schon lächerlich genug für Sie anhört, dann kennen Sie vielleicht nicht die Kreativität der Stadt Pittsburgh.

In Pittsburgh werden 5% Unterhaltungssteuer auf jegliches „Unterhaltungsangebot“ der Stadt verlang. Wir waren natürlich neugierig, wie die örtliche Regierung „Unterhaltung“ definiert und naja…es stellte sich heraus, dass die Liste um einiges länger ist, als wir erwarteten. Darin enthalten:
Konzerte, Theater, Kabarett, Zirkus, Karneval, Sportveranstaltungen, Messen, Ausstellungen, jegliche Darstellungen von Kunst, Musik oder Schauspiel, etc…

Fernsehsteuer

Aber nun zurück nach Großbritannien. Auch hier gibt es eine Unterhaltungssteuer, und zwar die sog. television tax (Fernsehsteuer).

Für jeden Fernseher, den Sie in Großbritannien besitzen, müssen Sie eine jährliche Gebühr bezahlen, die sog. „Fernsehlizenz“. Die Erträge werden dazu benutzt, die staatliche BBC zu finanzieren, ob Sie diese nun anschauen oder nicht.
Farbfernseher werden mit 145,50 GBP jährlich besteuert, wogegen Schwarz-Weiß-Fernseher (ja, Sie lesen richtig!) nur 49 GBP im Jahr kosten.
Auch blinde Menschen müssen diese Steuer bezahlen, man gewährt ihnen aber einen Rabatt von 50%. Wie großzügig.
Und natürlich wird eine Zahlungsverweigerung streng geahndet. Im Jahr 2012 gab es 155.000 Verurteilungen und Strafzahlungen. 51 Menschen wurden sogar ins Gefängnis gesteckt.

FAZIT

Die benannten Gesetze sind nur ein kleiner Teil und beim Lesen sind Ihnen bestimmt auch andere Beispiele in den Sinn gekommen (wie der deutsche Rundfunkbeitrag oder Solidaritätszuschlag). 
Jedes Land hat seine ganz individuellen Gesetze, doch jedes Gesetz hat Lücken und bietet Möglichkeiten. 

In unserem Buch Steuerfrei. Globalisiert. Unantastbar. lernen Sie, wie Sie von nützlichen Gesetzen diverser Staaten profitieren, ohne jedoch auch alle Pflichten annehmen zu müssen. Sie lernen die Taktiken von großen Konzernen und reichen Privatpersonen und wie sie diese auf ihre individuelle Situation anwenden können. Sie werden zum Economic Tourist.

Herzlichst,

Ihr Economic-Tourist Team

Arrow5

Print Friendly and PDF

Beliebte Beiträge:



>